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Die Medienecken- und
Internet-Situation in unserer Schule stellte sich anfangs
folgendermaßen dar:
Zwei aktuelle Computer mit den für Multimedia erforderlichen
Zusatzgeräten (Soundkarte, Lautsprecher, CD-Rom)
Darüber hinaus hatten wir im gleichen Klassenraum 3 weitere
gespendete Computer mit Pentium 90 Prozessor. Sie wurden in
(privater) Eigenleistung multimediatauglich (s.o.) gemacht. Die fünf
Computer wurden dann vernetzt.
Das Klassenraum-Netzwerk wurde angelegt, damit es außer für den
Gebrauch innerhalb der Medienecke auch für zwei Computer AG´s, zwei
Zeitung AG´s und für einzelne kollegiumsinterne Schulungen benutzt
werden kann.
Internetaktivitäten gab es mangels Klassen- bzw. Schulanschluss nur
über private Arbeit am heimischen Computer. Es wurde bereits vor
über 10 Jahren Jahren eine schuleigene Homepage gebastelt. In der
Folge gab es zahlreiche Anfragen von Kolleginnen und Kollegen zum
Thema Internet, Homepage und e-mail.
Die Computer wurden regelmäßig innerhalb der Medieneckenarbeit
eingesetzt.
Darüber hinaus standen in jeder Klasse unserer Schule zwei alte.
gebrauchte und gespendete Computer in der Medienecke.
Insgesamt war es ein ziemliches Gewurschtel, weil man sich seine
Soft- und Hardware irgendwie zusammensuchen und -betteln musste.
Seit 2005 nun gibt es im Rahmen des CAS-Systems der Stadt Köln
(Cologne Area Schoolnet) über einen Server in einem zentralen Raum
einen zentralen Internetzugang. Jede Klasse bekam einen
internetfähiger CAS-Rechner, der zum Zeitpunkt der Ausschreibung
jeweils einigermaßen aktuell war. Allerdings kamen die Rechner erst
fast ein Jahr später bei uns an. Da die Ausstattung (wegen Wartung
und so) in allen beteiligten Kölner Schulen gleich sein musste,
konnte auf individuelle Ausstattungswünsche keine Rücksicht
genommen.
So wollten wir gerne auf die 20 Tintenstrahldrucker (mit nicht
bezahlbaren Folgekosten) verzichten und statt dessen eine
wertgleiche Anzahl Laserdrucker (vielleicht 6-7 Stück) aufstellen
lassen.
Inzwischen (3 Jahre später) bekam jeder CAS-Rechner ein Brüderchen
(oder Schwesterchen), so dass nun überall zwei CAS-Rechner mit
Internet-Anschluss stehen. Jede Klasse bekam auch einen
Laserdrucker. Offensichtlich hat sich die Sinnhaftigkeit dieser
Maßnahme herumgesprochen.
Allerdings gibt es Probleme mit der Ansteuerung dieser Drucker,
hervorgerufen durch Probleme der Software, die die zentrale
Verwaltung aller Rechner eigentlich vereinfachen soll. Damit weder
Kinder noch Lehrer im System rumfummeln und damit die
Voreinstellungen durcheinander bringen können, können die Rechner
nur noch zentral durch Mitarbeiter von Netcologne gewartet werden.
Die schönen Laserdrucker stehen bisher seit einem Jahr noch
ungenutzt herum, weil sie sich nicht mit dem Sicherheits- und
Verwaltungsprogramm vertragen ... Die Experten arbeiten aber
intensiv am Problem ...
Nun zur Praxis:
1. Karneval
Wir haben im Unterricht das Projekt Karneval behandelt. Dazu sollte
auch die Recherche im Internet gehören. Wie sich bei der
Vorbereitung herausstellte, waren die vorhandenen Seiten im Internet
aus verschiedenen Gründen für unsere Schüler nur bedingt geeignet.
Sie konnten daher nur am Rande beachtet werden. Da mir diverses
Foto-Material zur Verfügung stand, habe ich kurzfristig selbst
Seiten erstellt. Auch wenn manches noch verbesserungswürdig ist,
könnten die Seiten ein Modell sein, wie Kinder sich - neben anderen
Möglichkeiten - relativ einfach und schnell (sofern man einen
Internetzugang hat) Informationen besorgen können.
Dabei war meine Intention, dass die Kinder möglichst selbständig
Seiten bearbeiten. Aus diesem Grund können auch Arbeitsblätter aus
dem Web geladen und zur Bearbeitung ausgedruckt werden. Damit haben
können auch andere Klassen Zugriff auf das vorhandene Material
haben. In diesem Zusammenhang denken wir auch an ein Intranet
(Vernetzung aller Klassen).
Diese Webseiten sind zunächst aus Anlass der Didacta/Interschul
erstellt worden und wurden dort im Rahmen der Kölner Medienecken mit
wenigen Schülern am Stand der Stadt Köln vorgestellt und erarbeitet.
Sie wurden dann aber auch im Klassenunterricht meines dritten
Schuljahres eingesetzt. Mit diesem Projekt Karneval sammelten unsere
Schüler die ersten Erfahrungen mit dem Internet.
Die Einführung des Link-Prinzips wurde von den Drittklässlern sehr
schnell verstanden. Dabei hatten nur zwei Kinder Vorerfahrung mit
dem Internet. Es stellte sich schnell heraus, dass die etwas
forscheren Kinder das Link-Prinzip auch auf Seiten ausdehnten, die
nicht zum Projekt gehörten und damit vom Unterrichtsthema
wegführten. Dabei entstand zum ersten Mal die Frage, ob, wie und in
welchem Maße man die Internetarbeit in dieser Altersstufe steuern
muss, oder ob man durch eventuell zu starke Steuerung dem Medium
Internet und dem selbständigen Suchen der Kinder noch gerecht wird.
Es blieb nicht genug Zeit um dieser Frage nachzugehen.
2. Projekt-Reporter
Im Rahmen unserer Projektwoche habe ich eine Gruppe angeboten, in
der Kinder über die anderen Projekte berichten konnten und ihre
Ergebnisse auf unserer Schul-Homepage ins Netz stellen konnten,
quasi eine Schülerzeitung im Internet. Die Gruppe war aus 18 Zweit-
bis Viertklässlern zusammengesetzt. Ursprünglich war zunächst die
Recherche im Internet nach vergleichbaren Schülerseiten geplant.
Unser noch nicht einsetzbarer Server verhinderte dies, so dass ich
einzelnen Schülern dies nur demonstrieren konnte. Einen geplanten
Crashkurs zur Homepageerstellung musste ich ebenfalls fallenlassen,
da sich die eigentliche tägliche "Reporterarbeit" als auslastend
erwies. So waren die Kinder damit beschäftigt,
Beobachtungsgrundlagen zu erstellen, Fragen zu formulieren, die
Gruppen zu besuchen und zu beobachten, Notizen zu machen, zu
fotografieren, Texte zu formulieren und in die Computer zu tippen.
Die eigentliche Homepageerstellung machte ich also selbst nach
Unterrichtsende. So konnten die Kinder nur immer am nächsten Tag die
Ergebnisse im Internet nachsehen.
3. Medienecken
Zusätzlich zu diesen Projekten ergeben sich im Unterricht zunehmend
mehr Situationen, in denen auf das Internet als Informationsquelle
zurückgegriffen werden kann. Der Computer werden dann als ein
Arbeitsmittel neben anderen benutzt. Manche Internetseiten werden
von den Kindern (besonders übder die Suchmaschine Google entdeckt,
bei manchen müssen gezielte Hinweise durch die Lehrperson erfolgen.
4. Überlegungen
Die Erfahrungen zeigen, dass die Kinder in den unteren Klassen
das Internet erst spielerisch erfahren sollten. Es gibt inzwischen
viele interessante Seiten, auf denen Kinder im Grundschulalter
reichlich surfen können.
Gezielte Recherche scheint mir erst nach ausführlichem Üben sinnvoll
einsetzbar.
Die Frage, wie intensiv man Kinder beim Surfen begleiten soll oder
muss, ist noch offen. Die Möglichkeiten, mit wenigen Mausklicks auf
Seiten mit pornografischem oder gewaltverherrlichendem Inhalt zu
stoßen, sind sehr groß. Allerdings ist durch den Netzwerkanbieter
Netcologne für alle Schulen ein Filter eingebaut, der die
Möglichkeit des "Ausrutschens" fast ganz verhindert.
Eine von mehreren Perspektiven für den unterrichtlichen Einsatz
scheint mir die eigene Erstellung von Internetseiten zu sein. Dabei
können zum Beispiel Arbeitsergebnisse von Kindern veröffentlicht
werden, oder es kann Arbeitsmaterial zur Bearbeitung ins Internet
gestellt werden. Als gute Ergänzung haben sich direkt aus dem Netz
heraus druckbare Arbeitsblätter erwiesen (s. Karnevalsprojekt).
Die Motivation für die Arbeit im Internet ist überwältigend, die
Möglichkeiten zur Recherche sind ebenfalls immens.
In Zukunft wäre sicher noch zu
erproben, wie sinnvoll eine Homepage-Erstellung mit Kindern ist und
welche Anteile sie bei der technischen Umsetzung einbringen können.
Ralf Kurth |