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150 Schüler der Grundschule
Langemaß führten
ein Europa-Musical auf.
MARA BERGMANN
Mülheim -
;,Hey Opa, weißt du
eigentlich, wie
viele Staaten Europa hat?" - „45?" - „Genau! Und wie
viele Menschen wohnen auf diesem Kontinent?" - „Über 800
Millionen." -„Richtig. Kannst du mir auch noch verraten,
wie viele Sprachen sie Sprechen?" -„Ungefähr 120.
Wer im Erdkundeunterricht nicht aufgepasst hatte, konnte
bei der Musicalaufführung der Katholischen Grundschule
Langemaß einige Versäumnisse nachholen. Unter dem Motto
„Packt an, packt an, dass es gelingt, wir bauen am
gemeinsamen Haus Europa" spielten, sangen und tanzten
rund 150 Schüler. In sechs Vorstellungen begeisterten
sie nicht nur ihre Eltern, sondern auch andere
Grundschulklassen - im Don-Bosco-Club in der
Tiefentalstraße blieb kein Platz mehr frei. Drei
Musical-Chorgruppen hatten unter der Leitung von Ulrich
Horst ein halbes Jahr lang geprobt. In einer
Projektwoche zum Thema Europa hatten sich außerdem ein |
Schauspielkreis und eine
Gruppe für Bühnenbau und Requisite gebildet und. das
Europa-Musical vorbereitet.
Ein altes deutsches Ehepaar lädt Menschen aus ganz
Europa zum gemeinsamen
Hausbau ein. Jeweils
Wer im
Erdkundeunterricht nicht
aufgepasst hatte,
konnte bei der
Musicalaufführung Versäumnisse
nachholen
zwei Kinder vertreten
ein Land und
bringen italienisches, britisches und spanisches Flair
in den Saal: Die landestypische Begrüßung sowie
einheimische Tänze und Verhaltensweisen machen das
Theater zu einer Reise quer über den Kontinent. Mit
jedem Gast wächst das Europahaus: Aus bunten, mit den
Flaggen der jeweiligen Staaten bemalten Pappkartons
bauen die Kinder ein großes Haus.
Doch als zwei türkische Kinder den Raum betreten, werden
sie von allen anderen gehänselt und beschimpft: „Die
Türkei |
gehört doch gar nicht zu Europa. Ihr seid nicht eingeladen!"Der Streit wird
beigelegt, als die jungen Leute feststellen, dass die
Türkei sowohl auf europäischem als auch auf asiatischem
Boden liegt. „Hey du, lasst uns Freunde sein", singen
sie als gemeinsames Versöhnungslied.
„Konflikte zwischen deutschen und türkischen Kindern
spielen sich auch in der Realität im Schulalltag ab",
sagt Horst. „Bei einer Schule mit einem Ausländeranteil
von mehr als 60 Prozent ist das kein Wunder." Umso
erfreulicher sei es, dass durch die Proben für das
Musical der Zusammenhalt gestärkt wurde. „Anfangs
wollten die Chormitglieder keine türkischen Lieder
singen, doch das Versöhnungslied sangen sie mit Freude
in beiden Sprachen", erzählt Horst. Auch Schulpädagogin
Günay Köse schätzt die Bühnenarbeit mit den Kindern
sehr: „Das Theater hat den Schülern mehr
Selbstwertgefühl gegeben. Es ist ein Weg, ganzheitlich
zu lernen".
Was die jungen Darsteller gelernt haben, fasst der Erzähler
in seinem Schlusswort zusammen: „Dass jeder anders und
einzigartig ist, gerade das macht uns reich." |